Die Geschichte der Brauerei zur Malzmühle

1572 - 1813
1858
1912 - 1944
1945 - 1948
1960er / 1970er Jahre
1999
2010 - 2015
Seit 2016
Heute
Kornhandel am Heumarkt
Vor der Gründung der Malzmühle war der Heumarkt ein zentraler Umschlagsplatz für den städtischen Kornhandel. Dort stand von 1572 bis Ende 1813 auch die alte städtische Rats-Mühle, die fast alle Brauer aus der Region mit geschrotetem Malz aus Weizen und Gerste versorgte und der die Brauerei ihren heutigen Namen verdankt.
Gründung der Malzmühle
Eines der traditionsreichsten Kölner Unternehmen feierte 2018 Jubiläum: Vor rund 160 Jahren gründete der Bierbrauer Hubert Koch am Heumarkt Nr. 6 die Malzmühle unter dem Namen „Bier- und Malz-Extract-Dampfbrauerei Hubert Koch“.
Familie Schwartz
Im Jahre 1912 verkaufte Hubert Koch die Brauerei am Heumarkt an seinen Neffen Gottfried Joseph Schwartz. Der Bier- und Malz-Extract-Dampfbrauerei Hubert Koch gab Gottfried Joseph Schwartz den neuen Namen Brauerei zur Malzmühle. Nach dem Tod von Gottfried Josef Schwartz übernahm seine Witwe, Margaretha Schwartz die Leitung der Brauerei. Zehn Jahre lang führte sie mit starker Hand die Geschicke der Brauerei zur Malzmühle. Im Jahre 1932 übernahm ihr Sohn Hubert Josef Schwartz, und somit die zweite Schwartz-Generation, die Geschäfte bis zu seinem Tod im Jahre 1944.
Zerstörung & Wiederaufbau
Die Brauerei zur Malzmühle kann auf eine ereignisreiche Geschichte voller Höhen und Tiefen zurückschauen. Das einschneidenste Erlebnis war sicherlich die fast vollständige Zerstörung der Malzmühle durch Bombenangriffe im Jahre 1945. Sybille Schwartz führte das Unternehmen durch diese sicherlich schwerste Zeit. Ihr gelang es, den Betrieb zu retten und die Produktion nach dem 2. Weltkrieg wieder zu starten. Sie sorgte für den Wiederaufbau des bis auf das Portal völlig zerstörten alten Brauhauses. Bis heute schmückt dieses Portal den Eingang zum Brauhaus und ist damit ein nicht zu übersehendes Wahrzeichen für den Neubeginn. Bereits 1948 wurde der Braubetrieb wieder aufgenommen, wobei die Bewirtung der Gäste noch im Freien erfolgen musste.
Köbesse in der Malzmühle
Brauhauskultur der Nachkriegsjahre
In den Jahren nach dem Krieg entwickelte sich in Köln die typische Brauhauskultur, die wir heutzutage kennen.
Die Brauerei und das Wirtschaftswunder
Im Jahre 1960 übernahm Anneliese Schwartz die Führung des Unternehmens. Mit Hilfe ihres Betriebsleiters gelang es ihr die Brauerei zur Malzmühle zu einem gesunden mittelständischen Unternehmen zu machen, mit gutem Ruf weit über Köln hinaus. Das Wirtschaftswunder und der Durst der Kölner halfen ihr dabei. Das Brauhaus wurde wieder zu dem, was es schon in der Vorkriegszeit immer war, einem der beliebtesten Treffpunkte für alle Kölnerinnen und Kölner, egal ob jung oder alt, arm oder reich.
Besuch von US-Präsident Bill Clinton
Ein ganz besonderes Ereignis war sicherlich der Besuch des damals amtierenden US-Präsidenten Bill Clinton, anlässlich des G8-Gipfels in Köln am 17. Juni 1999. Auch heute noch hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Präsident seinen Besuch ursprünglich in der Gaststätte Lommerzheim plante und man dort die Anfrage als einen Scherz verstand. Inzwischen bestätigen aber mehrere Zeitzeugen, dass die Malzmühle aufgrund ihrer günstigen Lage und der ausreichend vorhandenen Fluchtwege von Beginn an die erste Wahl für den Präsidenten-Besuch war. Auch heute noch kommen zahlreiche amerikanische Gäste in die Malzmühle, um sich am Clinton-Tisch unter dem Foto des ehemaligen Präsidenten fotografieren zu lassen.
Weiterentwicklung & Ausbau
Das Brauhaus zur Malzmühle gehörte schon immer zu den traditionsreichsten und beliebtesten Brauhäusern in Köln, insbesondere weil dort das beliebte Mühlen Kölsch im hinteren Gebäudeteil, sowie im Keller des Hauses gebraut wird. Mit dem Umbau des gesamten Gebäudekomplexes von 2010 bis 2015 wurden die Kapazitäten deutlich ausgeweitet. So wurde das Brauhaus seit 2010 schrittweise von 200 auf 500 Plätze erweitert. Mit dem neu errichteten HÖHNERStall wurde ein multifunktionaler Veranstaltungsraum geschaffen, der weitere 150 Plätze bietet. Hier wird seit 2017 das sog. Foodpairing großgeschrieben, bei dem es zu allen Gerichten das passende Craft Beer gibt. Auch die neue MühlenBar hat sich auf Craft Beer und Kölsch-Cocktails spezialisiert. Und mit dem Hotel zur Malzmühle hat die Brauerei 2015 einen besonderen Coup gelandet. In sechs der 37 Zimmer gibt es einen eigenen Kölsch-Anschluss mit Zapfhahn im Bad, frei nach dem Motto „Kalt-Warm-Kölsch ".
#echtlecker
In die Produktionstechnologie und den Markenauftritt wurde in den letzten Jahren kräftig investiert. So hat die Malzmühle seit 2012 eine neue Fassabfüllungsanlage und ganz neue Fässer. Mit der seit 2016 laufenden #echtlecker-Kampagne wurde der Markenauftritt hochwertiger gestaltet. Die Investitionen in die Zukunft haben sich bezahlt gemacht. Das Brauhaus am Heumarkt gehört nach wie vor zu den Kölner Aushängeschildern. HÖHNERStall, Hotel und MühlenBar haben sich voll etabliert und der Kölschabsatz steigt seit 2011 entgegen dem Markttrend sichtlich an. Der Marktanteil der Malzmühle auf dem Kölschmarkt liegt zwar nur bei knapp 3%, ist in ihrer Nische auf dem hart umkämpften Biermarkt aber solide aufgestellt.
Familie Schwartz am Tisch
Erlebnis Malzmühle
Auch heute noch wird das stadtbekannte Mühlen Kölsch an seinem Ursprungsort nach einem alten Familienrezept gebraut und die Brauerei wird bereits in der fünften Generation von Melanie Schwartz gemeinsam mit dem Kölner Unternehmensberater Dr. Michael Rosenbaum geführt. Auch die jüngere Schwester Jennifer Schwartz und Mutter Gabriele Schwartz sind in der Brauerei beschäftigt. Überhaupt waren es in den 160 Jahren häufig die Frauen in der Familie, die die Geschäftsführung der Brauerei übernommen haben und dabei stets sehr erfolgreich waren.